© Fredrik AsbjornsenWenn Eivind Aarset ein neues Album herausbringt, dürfen wir sicher sein: hier kommt etwas Besonderes auf uns zu. Im März 2026 erschien Aarsets neues Album "Strange Hands", und es zeigt sein langjähriges Quartett in seiner leuchtendsten Form. Die vier Musiker erweitern ihr gemeinsames Vokabular zu etwas zugleich Schlankerem und Unberechenbarerem. Die Musik fühlt sich näher am Kern an: weniger offensichtliche Verzierungen, mehr unmittelbare Wirkung – und doch weiterhin getaucht in das wechselnde Spiel aus Licht und Schatten, das Aarsets Sound seit jeher so unheimlich filmisch und faszinierend macht.
Angefangen hat Eivind Aarset als Heavy Metal Gitarrist. Doch das Klischee des Rockers bedient er längst nicht mehr, seit er die vielfältigen Möglichkeiten des Jazz entdeckte. Der 1961 geborene Norweger mit dem unverwechselbaren Sound sammelte zunächst Erfahrungen als Sideman von Ray Charles, Dee Dee Bridgewater, Cher und Jan Garbarek und verstärkte unteranderem die Bands von Nils Petter Molvaer, Ketil Björnstad und Bugge Wesseltoft. Man kann deutlich hören, dass sein Vorbild Jimi Hendrix war und seine Laufbahn mit Heavy Metal begann. Der Name seiner langjährigen Band Électronique Noire verrät, dass da Momente von Soundtrack und elektronischer Musik hinzukommen. Darüber hinaus kennt Aarset keine Berührungsängste mit Ambient, Postrock, Drum’n’Bass, Noise Music und anderen Idiomen. Atmosphärische, leicht neblige Soundscapes aus Gitarren und elektronischen Flächen verdichten sich immer wieder zu rhythmisch vorwärtsdrängenden Passagen, aus denen sich bisweilen Melodien herauskristallisieren, die einem so schnell nicht mehr aus dem Kopf gehen wollen.
Eivind Aarset, g Audun Erlien, b Erland Dahlen, dr, perc Wetle Holte, dr

